Beim Seilklettern in der Halle erreichst du Wände, die deutlich höher sind als beim Bouldern. Du kletterst dabei nie allein: Eine zweite Person sichert dich mit einem Sicherungsgerät, damit du bei einem Sturz nur ein kurzes Stück ins Seil fällst. Es gibt zwei Varianten, die aufeinander aufbauen. In Kletterhallen findest du Routen in vielen Schwierigkeitsgraden, von fast senkrechten Wänden mit großen Griffen bis zu steilen Überhängen. So kannst du dich Schritt für Schritt steigern.
Toprope und Vorstieg im Vergleich
Im Toprope läuft das Seil über einen Umlenkpunkt am oberen Ende der Route. Du bist also immer von oben gesichert und fällst praktisch nicht. Das ist der typische Einstieg. Im Vorstieg nimmst du das Seil von unten mit und hängst es unterwegs selbst in Zwischensicherungen ein. Dadurch kannst du je nach Position einige Meter fallen, bevor das Seil greift. Der Vorstieg verlangt mehr Erfahrung, Konzentration und Vertrauen zwischen den Partnern.
So kommst du zum Seilklettern
Sichern ist Verantwortung, deshalb verlangen Hallen in der Regel einen Nachweis, dass du es beherrschst. Den bekommst du in einem Einsteigerkurs, in dem du Anseilknoten, Partnercheck und den Umgang mit dem Sicherungsgerät lernst. Für den Vorstieg gibt es einen eigenen Aufbaukurs. Alternativ bieten viele Hallen betreute Schnupperklettern an, bei denen Trainer für dich sichern.
Worauf du achten solltest
- Partnercheck: Vor jeder Route kontrolliert ihr gegenseitig Knoten, Gurt und Sicherungsgerät.
- Ausrüstung: Gurt, Kletterschuhe und Sicherungsgerät kannst du oft leihen, das Seil manchmal auch.
- Gewichtsunterschied: Ist die sichernde Person deutlich leichter, kann ein Vorschaltwiderstand helfen.
- Kommunikation: Vereinbart klare Kommandos, bevor es losgeht.
Seilklettern trainiert Ausdauer in Armen und Rumpf und kann helfen, mit Höhe und Nervosität umzugehen.